Kontraste

Donnerstag sind wir für einen zweitägigen Zwischenstop an der „Blauen Quelle von Meski“ gelandet – Touri-Nepp pur! Man ist kaum aus dem Auto ausgestiegen, schon kommt der Dattel-Mann, strahlt einen an und will seine Datteln verkaufen, wird aber sofort muffig, wenn man ihm sagt, man möchte im Moment keine Datteln sondern erst mal etwas zur Ruhe kommen.

Dann kommt der Eiermann, der ist nett, bei ihm haben wir gleich ein paar Eier gekauft, worauf hin sofort wieder der Dattelmann auftauchte und meinte, jetzt sei man ja wohl zur Ruhe gekommen und man könne nun seine Datteln beschauen. Wir haben immer noch keine gekauft. Dann kommt Momo, der Teppich-, Lampen- und überhaupt Mann für alles und bietet einem Tee an und fragt, ob man nicht mal seinen Laden besuchen möchte. Wollten wir erst mal nicht, das hat sich der Dattelmann zu Nutze gemacht und gemeint, wenn wir nicht zu Momo gingen, könnten wir ja in der Zwischenzeit seine Datteln kaufen. Und so ging das in einer Tour weiter. Irgendwann kommen einem die „Wolle Rose kaufe?“-Männer in den Restaurants in der Heimat in den Sinn und man ist geneigt, sich nächstes Mal einen von denen ob seiner vergleichsweise unaufdringlichen Art ins Wohnzimmer zu stellen.

Die „Blaue Quelle von Meski“ (Source bleue de Meski) ist eine Quelle mit einem kleinen, während der Kolonialzeit für die Soldaten der Fremdenlegion angelegten Schwimmbad, das heutzutage vor allem von lokalen Marokkanern aufgesucht wird.

Nervig an dem Ort und seiner Umgebung war die komplette Vermüllung derselben sowie einige etwa 10 jährige Kinder, die sich einen Spaß daraus gemacht haben, einen kleinen Esel mit Steinen zu bewerfen und mit Stöcken zu schlagen, bis ich die Gören angekackt habe und sie abgehauen sind. Dem armen Esel hat’s zumindest einen ruhigen Abend beschert.

Interessant war ein Rundgang im alte Meski, welches völlig verfallen inmitten von Palmen liegt und ans Dschungelbuch erinnert.

Am übernächsten Tag haben wir uns vom Dattelman verabschiedet – zu seinem Leidwesen hatten wir doch glatt Datteln bei seinem Konkurrenten gekauft – und sind zum Lac Aguelmame Sidi Ali gefahren, einem kleinen Gebirgssee in 2000m Höhe auf halber Strecke zwischen Midelt und Ifrane. Erholung pur! Kein Dattelmann, kein Andenkenladen, nichts, nur Natur. Die zwei Tage, welche wir dort standen, haben wir genutzt für diverse Trekking-Touren rund um den See. Außerdem hatten wir dort drei Hundefreunde bzw. -freundinnen gefunden, an die wir überschüssiges Futter verteilt haben.

Nach zwei wunderschönen Tagen am Lac Aguelmame ging’s dann weiter nach Azrou, einem historisch bedeutenden Handelszentrum der Berber im mittleren Atlas. Hier hat vor einigen Jahren irgendein arabischer Scheich ein Hotel für sich bauen lassen, welches er allerdings auf Grund von Differenzen mit dem marokkanischen König nie bewohnt hat und jetzt wird der Garten des Hotels als Camping-Platz benutzt. Luxus pur

Das Wetter wird langsam schlechter ……….

2 Gedanken zu „Kontraste“

  1. Die Geschichte mit dem Dattel Mann hat mich an frühere Spanien Aufenthalte am Strand mit dem Melona Mann erinnert ich musste grinsen. Ansonsten ist es wieder so interessant was ihr erlebt. Zwischendurch war es jetzt auch mal grün wie ich gesehen habe. Ja ich freue mich immer über eure Berichte weiter viel Freude liebe Grüße
    Immer noch nicht Königin Lalla Salma gefunden?

  2. Wie lange seid ihr denn eigentlich noch auf dieser wundervollen Reise?
    Wir werden ja langsam etwas neidisch, wenn wir diese Bilder betrachten.
    Wünschen euch aber trotzdem noch viele schöne Eindrücke.

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