Berberland

Auf der Fahrt durch den Anti-Atlas fahren wir über einen als Piste gekennzeichneten Weg nach Amtoudi, nur leider war’s keine echte Piste mehr, sondern nur eine (noch) nicht asphaltierte Straße, nur die letzten 10km hatten Pistencharakter. Spaß gemacht hat’s trotzdem, vor allen Dingen, als Heinz und Beatrice, unsere Schweizer, mit ihrem 3,65m hohen Phoenix bei einer Ortsdurchfahrt in einer Stromleitung hängen blieben und Heinz aufs Dach klettern musste, um die Leitung anzuheben, während Beatrice den Bock durchgefahren hat.

Spektakulär war die Strecke allerdings schon

Und den Knirps hier hätten wir wahrscheinlich auch eingepackt, wenn nicht die Einreisebestimmungen für Tiere aus „nicht gelisteten Drittländern“ nach Europa so kompliziert wären und der arme Wurm nicht wochenlang in Spanien in Quarantäne sitzen müsste.

Amtoudi selbst besteht aus dem Ort, den wir links haben liegen lassen, einem hässlichen Stellplatz mitten in der prallen Sonne und dem Agadir Id Aissa, der ältesten Speicherburg Marokkos. In Krisenzeiten diente sie nicht nur zur Aufbewahrung der Lebensmittel, sondern bot auch der Bevölkerung eine Zufluchtsmöglichkeit. Man kann dort hochsteigen. Alternativ kann man sich auch von einem Esel hochtragen lassen, aber da wir die Esel hier schonen wollen, sind wir eben gestiegen und haben uns von einem alten Mann, der den ganzen Tag dort oben sitzt und auf Touristen wartet, die so häufig nicht kommen, die Burg zeigen lassen.

Und Steinzeichnungen gibt’s hier auch – fragt sich nur, wer die gezeichnet hat. Offiziell sind sie älteren Datums, genauso gut könnte man allerdings auch die lokale Dorfjugend dafür verantwortlich machen.

Heute morgen dann noch eine Fahrt durch ein ausgetrocknetes Flussbett zu einer Quelle, die wir allerdings nicht erreicht haben, auch nicht zu Fuß.

Und dann ging’s weiter nach Imi Ouzlag. Unterwegs wieder spektakuläre Landschaften, kleine Dörfer, in denen niemand zu leben scheint, fröhliche Menschen mitten in der Prärie, von denen man nicht weiß, wo sie plötzlich herkommen und die man leider meistens nicht fotografieren darf. Sie möchten das einfach nicht und das akzeptieren wir auch. Aber so gut wie jeder freut sich, wenn man vorbeikommt und alle winken.

Unterwegs trifft man auch mal ein paar Männer mit ihren Dromedaren am Straßenrand

und irgendwann sind wir dann in Imi Ouzlag gelandet, stehen dort mitten im Dorf unter Palmen und sind bei Hassan und seiner Familie zum Essen eingeladen. Hassan ist Vater und Chef einer Familie mit vier Töchtern und einem kleinen Sohn – der jüngste Nachkömmling und sein großer Stolz.

Seine Familie nebst seiner Schwester und irgendwelchen Cousins leben zusammen in einem riesigen Haus und er kümmert sich sehr liebevoll um seine Gäste, wenn’s auch leider mit der Kommunikation etwas hapert – wir sprechen nur sehr schlecht Französisch und er kein Englisch. Aber dafür tun das seine Kinder und sein Cousin (oder wer auch immer das ist) umso besser und man bekommt einen Eindruck vom Leben in so einem Dorf am Ende der Welt. Hier ein paar Eindrücke von seinem Haus und dem dahinterliegenden Garten

Auch in der Nähe von Hassans Haus gibt’s wieder Felszeichnungen zu bewundern.

Am meisten Spaß machen uns allerdings seine Kinder, bei denen man merkt, dass sie neugierig sind und vieles erfahren möchten.

Die Internet-Verbindung ist bescheiden …… Bslama (marokkanisch tschüss)!

5 Gedanken zu „Berberland“

  1. Hallo Ihr Zwei
    Das waren wieder so schöne und ungewöhnliche Bilder in dem Bericht
    Ihr seht so interessante Menschen Tiere Landschaften.
    Und der Bericht war spannend u d wieder zum Grinsen
    Also ein Stromkabel so einfach anzuheben
    Gehört dazu Mut oder Gottvertrauen?
    der Kommentar ob die Zeichnungen uralt sind oder von der Jugend gemalt ist gut.
    Auf alle Fälle ist die Reise mehr als interessant.Jeden Tag neue ungewöhnliche Eindrücke.
    Weiter so
    Liebe Grüsse
    Vera

  2. DER WURM! ❤
    Mensch, bei den Bilder bekommt man richtig Lust, ist eine ganz andere Welt aber so interessant und sieht echt toll aus dort. Und wenigstens einen fröhlichen Menschen in der Prärie hast du ja doch fotografiert. 😉
    Die Drommis und Hassan und die Schafe hinterm Haus sehen sehr nett aus, finde ich. Und das Essen war bestimmt auch super. Überraschend finde ich ja, dass es dort offensichtlich bunte Zuckerstreusel gibt – die sind in Hamburg oft Mangelware, da hätte ich sie in der Marokkanischen Wüste nicht erwartet. 🙂
    Und zum Abschluss: Die Kinder sind bezaubernd und das Bild von der Kleenen ganz, ganz toll!!
    Ich hab euch lieb und freue mich auf den nächsten Bericht. ❤ Küsst mir bitte meinen kleinen dicken Hutzelzwerg (Juli) bitte mindestens 4.000 Mal, das wäre mir wichtig!

  3. Was für tolle Bilder. Einfach genial Land und Leute so kennenzulernen. Bin gespannt auf weitere Bilder und Berichte 🙂

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